Regenanlagen

Beregnungsanlagen

NEU: Planungsanleitung f. Hausgärten  als PDF

ALLGEMEINE PLANUNGSREGELN UND PLANUNGSHINWEISE

Für die Verteilung von Wasser durch Regner oder Düsen sind erforderlich:

1. Die Wasserentnahmestelle

2. Die in der Regel erdverlegten Zuleitungen in das Beregnungsgebiet

3. Die Verteilerleitungen zu den Regnern bzw. Düsen mit allen Armaturen.                  

4. Die Steuer- und Kontrollorgane in Form handbetätigter Schieber

   oder hydraulisch bzw. elektrisch betätigter Ventile mit den Steuergeräten

5. Die Regner bzw. Düsen selbst

- Leistungsvergleich Schwinghebelregner / Getrieberegner -

Diese genannten fünf Gruppen sind in unterschiedlicher Ausführung Kennzeichen jeder
Beregnungsanlage.

1. WASSERENTNAHMESTELLE

1.1

Entnahme aus dem öffentlichen Netz

Hier sind die besonderen Bestimmungen der Wasserwerke zu beachten und daher ist eine Kontaktaufnahme vor Ausführung erforderlich.

Grundsätzlich gelten für den Anschluß an Trinkwasserversorgungsnetze die Bestimmungen des DVGW (Deutscher Verein von Gas- und Wasserfachmännern, Sitz Eschborn/Frankfurt-Main), und zwar das Arbeitsblatt W 503 bzw. die Richtlinien nach DIN 1988. Abweichungen sind entsprechend besonderer örtlicher Bestimmungen möglich.

Informieren Sie sich genau über den Querschnitt der Zuleitung, über die Abmessung der Wasseruhr, über die zur Verfügung stehende Wassermenge und den Druck im Netz.

Lassen sich die Werte für Fließdruck und Menge nicht in Erfahrung bringen, so ist eine Überprüfung an Ort und Stelle erforderlich.

Wie kann man hierbei vorgehen?

Prüfung des statischen Druckes mit Hilfe eines normalen Manometers bei geschlossenem Schieber.

- SIEHE SKIZZE BA 8234-

Für die Feststellung des Fließdruckes ist ein T-Stück, ähnlich Skizze anzuschließen. Aus dem Druck am Manometer und dem Düsendurchmesser ergibt sich die Wassermenge. Die Wassermenge ist entweder aus der beiliegenden Tabelle abzulesen oder mit der angeführten Formel zu errechnen.

- TABELLE K 1291-

Die Angaben in der Tabelle sind rechnerisch ermittelt. Um den tatsächlichen Durchflußwert zu erhalten, sind die Zahlen mit der Konzentrationszahl- auch Düsenwirkungsgrad genannt - zu multiplizieren. Für normal ausgebildete Düsen liegt der Wert zwischen 0,9 und 0,94.

ZUM BEISPIEL:

Druck am Manometer 4,0 bar, Düse 10 mm
Düsenwirkungsgrad 0,94

Austretende Wassermenge It. Tabelle: 7,9 X 0,94 = 7,43 m 3 /h

Besondere Beachtung verdient der Wasserzähler in kleineren Anlagen. Es werden von den Wasserwerken meist relativ kleine Uhren eingebaut, weil bei diesen die Meßgenauigkeit größer ist, dafür tritt aber auch ein höherer Druckverlust auf.

Ein 7 -Kubikmeter-Wasserzähler z.B .. ist nicht für eine Nennbelastbarkeit von 7 m 3 /h ausgelegt (Dauerbetrieb), sondern dies ist vielmehrdie maximale Belastbarkeit.

Bei ungünstigen Druckverhältnissen aber ausreichendem Wasserzufluß ist der Einbau einer Druckerhöhungspumpe notwendig. Druckerhöhungspumpen in Inline-Ausführung werden ohne nennenswerten technischen Aufwand ähnlich einem Absperrschieber in eine Rohrleitung eingebaut. Absperrschieber, Rückflußverhinderer und Strömungsschalter für selbsttätiges Ein- und Ausschalten des Motors sollten immer vorgesehen werden. In jedem Fall sind jedoch die Bestimmungen des Wasserwerkes zu beachten.

Eine zusätzliche Unterdrucksicherung zum Schutz der Rohrleitung gegen Saugen aus dem Netz in Form eines Druckwächters ist empfehlenswert.

Programm-Steuergeräte können ebenfalls zum Einschalten der Pumpe verwendet werden.

ZUR BEACHTUNG

Eine Druckerhöhungspumpe kann ein zu klein dimensioniertes Rohrnetz nicht verbessern. Die erforderliche Wassermenge muß immer mit einem Vordruck der Pumpe zufließen. Ein Saugen aus dem Netz ist nicht zulässig. Besteht diese Gefahr, so ist entweder der vorher genannte Druckwächter einzubauen oder es ist mit einem Zwischenbehälter zu arbeiten. Am zweckmäßigsten dürfte es sein, die Planung den vorliegenden Verhältnissen anzupassen, indem die Beregnungsabschnitte entsprechend ausgelegt werden.

1.2

Wasserversorgung über Zwischenbehälter

Von manchen Wasserwerken wird bei einem Anschluß an das öffentliche Versorgungsnetz ein Zwischenbehälter vorgeschrieben. Dieser Behälter dient dann der Sicherung des Netzes gegen ein Zurücksaugen; er hat keine Speicherfunktion. Es genügt daher meist ein offener Behälter von 1000 bis 2000 Liter Inhalt.

Sind dagegen die Zulaufverhältnisse sehr schlecht, so kann ein Behälter für Speicherzwecke notwendig werden. Seine Größe richtet sich dann nach Zulauf und Entnahme.

Der Wasserzulauf wird über ein Schwimmerventil reguliert. Die Pumpenanlage besteht aus der Zentrifugalpumpe mit Elektromotor, einem Druckwasserkessel mit Druckschalter für das Ein- und Ausschalten bzw. dem Druckschalter für das Einschalten und einem Strömungsschalter oder Thermistor für das Ausschalten. Rückflußverhinderer und Absperrschieber sind außerdem erforderlich. Der Anschluß an den Behälter sollte so erfolgen, daß das Wasser der Pumpe zuläuft. Ein Trockenlaufschutz ist unbedingt vorzusehen.

1.3

Wasserversorgung aus offenem Gewässer, Brunnen oder ähnlichem

Verwendet werden Tauchpumpen (überwiegend) und Kreiselpumpen. Üblich ist die Verwendung sogenannter normalsaugender Zentrifugalpumpen. Bei diesen Pumpen muß die Saugleitung vor der ersten Inbetriebnahme aufgefüllt oder mittels Entlüftungspumpe evakuiert werden. Damit dies nicht bei jedem Anlauf erforderlich ist, erhalten Saugleitungen grundsätzlich einen Saugkorb mitfederbeladendem Fußventil.

Selbstansaugende Pumpen werden weniger eingesetzt. Sie sind erheblich teurer und vor allem in Hochdruckausführung ziemlich empfindlich gegen schmutz- und sandhaltiges Wasser. Bei Druckkesselanlagen bringen sie keinen Vorteil, weil sie nur gegen einen bestimmten Gegendruck die Luft abführen können. Daher normalsaugende Pumpen mit Saugleitung und Fußventil oder - wo möglich - Zulauf des Wasser zur Pumpe vorsehen.

Ein- und Ausschalten des Elektromotors bei automatischen Pumpwerken mittels Druckschalter, Thermistor oder Strömungsschalter.

Bei einer Wasserentnahme aus einem Brunnen sind Unterwassermotorpumpen zu verwenden. Die Daten des Brunnens müssen bekannt sein.

Es sind dies:

Lichte Weite des Brunnens                                                 
Gesamttiefe

Betriebswasserspiegel bei Entnahme der verlangten Menge                                                                                       
Ruhewasserspiegel

U-Pumpe etwa auf 2/3 der Gesamtbrunnentiefe im Bereich eines Blindrohres einhängen. Ein Trockenlaufschutz ist immer vorzusehen.

Eine Wasserentnahme aus dem Grundwasser oder aus offenen Gewässern bedarf der Genehmigung durch die untere Wasserbehörde. Es ist dies das Landratsamt bzw. bei kreisfreien Gemeinden die Stadtverwaltung.

In all e n Fra gen der Wasserversorgung stehen die großen Erfahrungen unserer Vertretungen zur Verfügung. Die Lösungsmöglichkeiten sind sehrvielfältig, und es können daher nur einige allgemeingültige Punkte hier erwähnt werden.

2. ERDVERLEGTE ZULEITUNGEN

Als Material für die Zuleitungen verwendet man heute fast ausschließlich Kunststoffrohr. Es kommen hierfür in Frage:

                    Polyvenylchlorid PVC hart          oder           Polyäthylen PE

Da der Preis für die Auswahl weitgehendst entscheidend ist, fallen in der Regel Rohre aus Asbestzement, Stahl oder Guß weg. Auch werden die Kunststoffrohre wegen der einfachen Verlegemöglichkeiten bevorzugt.

PVC hart nach DIN 8061/8062

Regellänge 6 m. Das Rohr ist relativ steif, daher sind für eine Änderung der Leitungsführung Formstücke notwendig. Die Rohre haben eine angeformte Steck- oder Klebemuffe, Steckmuffen werden bevorzugt, obwohl dann Knick- oder Endpunkte einbetoniert werden müssen (Betonwiderlager). Betriebsdruck bis 10 bar = PN 10; in verstärkter Ausführung auch bis PN 16 lieferbar.

Rohre sind nach DIN zu bezeichnen, d.h. es müssen Außendurchmesser und Wandstärke angegeben werden; z.B.: Rohr DIN 8062 Abm. 63x3,0 mm PVC.

Bei den Formstücken sind die Bögen aus PVC; T-Stücke mit Flansch, Muffe oder Gewinde aus GG kunststoffbeschichtet.
Übergangsverschraubungen vom glatten Rohr auf ein Zollgewinde werden in der Regel rohrseitig geklebt.

PE nach DIN 8072/8073/8074 und 8075

Lieferlängen in Ringbunden, Länge des Bundes je nach Dimensionen bis zu 100 m. Es wird das Rohr PE-hart PN 6 oder PN 10 empfohlen.

Bei Temperaturen über 10 - 15 Grad ist die Verlegbarkeit sehr gut. Bei tieferen Temperaturen macht das Abrollen der dann ziemlich steifen Rohre von den Ringbunden u.U. erhebliche Schwierigkeiten.

Nur wenige Formstücke sind notwendig, da das Rohr dem Verlauf des Rohrgrabens angepaßt werden kann.
Anschlußverschraubungen vom Rohr auf Zollgewinde werden ebenso wie Verbindungsstücke, T-Stücke usw. rohrseitig geklemmt; diese Teile sind hauptsächlich aus Kunststoff, aber auch aus Messing.

Abzweige können mittels Anbohrschellen hergestellt werden.

Bezeichnung der Rohre nach DIN d.h. Außendurchmesser und Wandstärke; z.B. PE hart63x 5,7 mm DIN 8074 PN 10 hart.


ZUR BEACHTUNG

Rohrnennweite (früher NW - heute ON - Diameter Nominal) und Rohrinnendurchmesser stimmen nie überein. Daher sind stets bei Angabe der Nennweite (ON) auch der Außendurchmesser und die der Nennstufe (früher ND- heute PN - Pressure Nominal) entsprechende Wandstärke - wie nach DIN vorgeschrieben - auszuweisen.

 

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3. VERTEILERLEITUNGEN ZU DEN REGNERN I DÜSEN

Hierfür werden die gleichen Rohrarten, wie unter 2. genannt, verwendet. In erster Linie verwendet man PE-hart PN 6.
Anschluß an die Zuleitung über T -Stücke. Abgänge für die Regner/Düsen mittels T-Stücke, Anbohrschellen und Fittings. Die Druckberechnung hat nach den einschlägigen Tabellen und Kurven zu erfolgen, sofern es sich um größere Anlagen handelt.
Bei kleinen Anlagen kann man mit Faustwerten rechnen.

TABELLE

Verteilerleitungsgröße in Abhängigkeit von der Regneranzahl mit Düsengröße 3,8 mm  

Rohrgröße

½“

¾“

1“

1 1/4“

1 1/2“

2“

Regneranzahl

1

2-3

3-4

5-7

8-10

11-15

  

 

Da nicht die gesamte Wassermenge durch die ganze Rohrlänge hindurchfließen muß, sondern an jedem
Regneranschlußpunkt eine bestimmte Wassermenge abgenommen wird, kann das Verteilerrohr gegenüber dem Zuleitungsrohr stärker belastet werden.

ZU 2. UND 3. · DRUCKBERECHNUNG

Durchführung nach den entsprechenden Tabellen und Kurven. Die zulässige Höhe der Verluste richtet sich nach dem zur Verfügung stehenden Druck am Anschlußpunkt und dem Druck, der am Regner/Düse benötigt wird, unter Beachtung auch der Verluste in den Armaturen, Formstücken und dem Wasserzähler (sofern es sich um einen Anschluß an ein Versorgungsnetz handelt).

In ebenem Gelände sollte man versuchen, mit 6-7,5 bar = 60 - 75 m WS auszukommen.


Ein weiterer Richtwert:

Die Wassergeschwindigkeit in den Rohren sollte um 2 m/sek betragen.

Der Betriebsdruck bzw. die Gesamtförderhöhe einer Pumpe setzt sich zusammen aus:

1)  

Geodätischer Höhenunterschied gesamt, gemessen senkrecht vom Anschlußpunkt bzw. vom Wasserspiegel (bei einer Entnahme aus einem offenen, drucklosen Behälter) bis zum höchsten Punkt im Gelände - dort, wo noch ein Regner/Düse zur Aufstellung kommt.

2)  

Druckhöhenverluste (Rohrreibung) in den Rohren und Formstücken. Durch eine Druckberechnung an Hand der entsprechenden Tabellen und Kurven zu ermitteln. Die bereits gegebenen Hinweise sind zu beachten. Bei einer längeren Verteilerleitung, auf der in Abständen von 12 - 24 m Regner oder im Abstand von 6 m Düsen angeordnet sind, muß dann mit 1/3 der Rohrlänge gerechnet werden, weil ja nicht die ganze Wassermenge durch die Gesamtlänge der Leitung fließt.

3)  

Betriebsdruck am Regner: Alle Werte sind in Meter Wassersäule (m WS) auszudrücken; 10m = 1 bar.

4. STEUER· UND KONTROLLORGANE. BEDIENUNGSELEMENTE

Bei handbetätigten Anlagen sind alle Bedienungsschieber mit Einbaugarnitur vorzusehen.

Bei programmgesteuerten Anlagen sind Steuerventile zusammen mit einem einfachen Absperrschieber in Ventilkästen unterzubringen. Es sind dann Reparaturen in der Anlage möglich, ohne das Netz entleeren zu müssen; außerdem wird die erste Inbetriebnahme wesentlich erleichtert.

Bei Hydraulikventilen (am Regner oder separat) ist die Steuerleitung zu entlüften. Bei einer Betätigung mehrerer Steuerventile über einen Steuerkreis kann dies über eine gemeinsame Steuerleitung erfolgen.

Magnetventile sind auch im Boden eingebaut absolut betriebssicher. Die von uns empfohlenen Magnetventile haben einen bewährten elektrischen Magnetteil mit sehr geringem Leistungsbedarf. Bei Entfernungen bis 250 m zum Steuergerät ist je Abschnitt ein Kabel 3 x 1,5 rnrn" zu verwenden. Die Steuertrafos in den Geräten erlauben den Anschluß von zwei bis vier Magnetventilen pro Abschnitt.   

Bei großen Entfernungen vieladriges Kabel mit einem O-Leiter bzw. einem "Gemeinsamen" verwenden und über Kabel-T-Stücke oder Muffen an günstig gelegener Stelle die Verteilung zu den Magnetventilen vornehmen.

Für die Entleerung der Erdleitungen sind weichdichtende Anbohrschieber der Gr. 1" zu verwenden. Diese Entleerungen sind verstopfungssicher und so stabil, daß eine Schieberspindel nicht ohne weiteres abgedreht werden kann.

5. REGNER UND DÜSEN

Die Auswahl erfolgt nach Größe des Projektes. Für kleine Flächen empfehlen sich feststehende Düsen oder Versenkregner geringer Leistung.

Für große Flächen sind entsprechende Regner auszuwählen, so daß möglichst wenige Rohrtrassen erforderlich werden. An den Randflächen ggf. Sektorregner; an den Hauswänden, Fensterfronten und Gehwegen spritzwasserfreie Regner und Düsen einsetzen.

Düsen und Regner nicht in einem Beregnungsabschnitt zusammen arbeiten lassen, da der Niederschlag unterschiedlich wird.

Auch bei Teil- und Vollkreisregner auf gleichen Niederschlag achten. Für einen gleichen Niederschlag darf ein Halbkreisregner nur 1/2 der Wassermenge eines Vollkreisregners ausbringen; d.h. arbeiten Voll- und Halbkreisregner zusammen, so müssen die Vollkreisregner, doppeldüsig sein oder dementsprechend eine größere Düse haben. Die Einteilung der Fläche erfolgt nach der Wurfweite des gewählten Regners unter Beachtung einer guten Überdeckung der Regnerkreise bei einem optimalen Druck. Im Prospekt angegebene Regnerabstände sollten nicht überschritten werden. Die gute Überdeckung ist wichtig, da sonst eine gleichmäßige Beregnung nicht erreicht werden kann. Als Richtwert gilt, von den
Prospektangaben ausgehend:

Regnerabstand = 1,3 X Wurfweite; Dreieckverband vorausgesetzt.
Optimaler Betriebsdruck

Es gilt die Regel: Je größer die Düsenöffnung umso größer der Betriebsdruck.
RICHTWERTE:

 

Regnerdüse / mm

3,8-4,0

4,0-6,0

6,0-8,0

8,0-10

10-14

14-22

Betriebsdruck am Regner / bar

2,5-3,0

3,0-3,5

3,5-4,0

4,0-4,5

4,5-5,0

5,0-6,0

 Feststehende Düsen: Betriebsdruck 1,0 - 3,0 bar

Anschluß der Versenkregner/-düsen an die Verteilerleitung gemäß den BA-Skizzen (gegebenenfalls anfordern).